War ein guter Weg

Der Weg, den ich vor zwei Wochen ging, war ein guter Weg. Abends statt Surfen: Sport. Statt Youtube: Buch. Statt bis spät in die Nacht wach: 22 Uhr Licht aus. Vorher noch Wohnung aufräumen, spülen, Kleidung für morgen rauslegen, Baden. Und immerfort das Gefühl – da ist so. viel. Zeit. Tat gut.

Das war der Plan in der Trennung. Oder Auszeit. Wie immer man das nennen möchte. Um mich in ein Gleichtgewicht zu bekommen. Mir gut zu tun. Und auch, um meinem Leben eine Fassung zu geben. Bis mich die Angst packte und ich wieder anrief.

Dann haben wir uns getroffen. Und das wars. NICHTS von dem, was ich vorher gemacht habe, klappt jetzt noch. Kein Sport. Jeden Abend Internet. Klamottensalat auf dem Stuhl. Spülen nein danke. Alles kaputt. Das ganze schön geplante. Die ganze Fassung.

Und wie fühlt sich das an? Erschöpft. Nicht gut. Aus dem Tritt. Ich war grad dabei, einen so schönen Ablauf zu entwickeln. Das tat mir so gut. Aber sobald der Partnerschaftsalltag wiederkommt, fällt das alles zusammen wie ein Kartenhaus. Obwohl wir uns diese Woche kaum sehen. Ich mach das trotzdem nicht mehr.

Warum ist das so?! Ich krieg die Krise da drüber. Wie kann das sein, dass mich das so aus der Spur haut?


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Wächst der Popo?

Na toll. Jetzt trainier ich seit zwei Wochen vor mich hin. Nennen wir es Torschlusspanik letzten Versuch, noch mal definiert zu sein. Und was passiert?

Ich kann kaum noch laufen, weil die Knie vom Joggen schmerzen.

Dann will ich mir heute eine neue Jeans kaufen, ziehe die gleiche Größe wie immer aus dem Hosenstapel, ab in die Umkleide – und?

Zu eng.

Zu eng.

Blick in den Spiegel. Einmal halb drehen, von hinten gucken. Das gibts nich. Die ist zu eng. Kurz überlegt. Am Essen kanns nicht liegen. Gute Sachen und passende Mengen. Dann fällts mir ein. Die PO-APP (!)

Nach dem Baden kürzlich meinte ich schon, dass mein Po irgendwie … hm … voller wirkte? Da dachte ich noch, prima, die Übungen aus der App zeigen Wirkung 🙂
Aber das mit der Jeans? Wie soll das denn jetzt weitergehen? Ich brauch doch ’ne Hose. Und irgend so ein schlecht geschnittenes Luschenteil kommt mir nicht ans Bein.

Wie macht denn Kim Kardashian das? Weint sie in der Umkleide?



Erleichtert

Heute hat der Zweite einen Briefumschlag im Kasten hinterlassen. Mit einer Schraube, die er mir besorgen wollte. Die lag drin. Trotz Streit. Also hab ich mich via Handy bedankt. Der Zweite hat geantwortet. Freundlich. Bin erleichtert. Der Kontakt scheint noch nicht abgebrochen. All die inneren Abstürze umsonst. WARUM macht man sich all sloche Katastrophengedanken? Also ich den Brief heute sah, war mein erster Gedanke: ‚Ich liebe dich.‘ Und Erleichterung. Es wird weitergehen wie vorher. Er wird nicht sagen, was wirklich ist. Und ich werde leiden an Eifersucht, obwohl es mir nicht zusteht. Zeitgleich werd ich versuchen mit dem Ersten einen Kurswechsel hinzubekommen. Hin zum Besseren. Aber ich werde wachsam sein. Ich mache eine Liste von dem, was ich brauche. Um das nicht wieder zu vergessen.

Desolat :-/

In dem Zustand vernachlässige ich alles. Sport, Regelmäßigkeiten, Essen, Trinken. Statt dessen hänge ich bis spät in die Nacht im Web. Heute seit sieben Stunden.
Erst dachte ich, das wäre Innternetsucht. Aber das stimmt nicht.

Das Web ist für mich nur der Ersatz fürs Miteinander. Wenn Menschen in meinem Leben, ist das Ding aus. Aber wenn die Verlustangst erwacht … geht das Wlan an …

Komme nicht runter

Spät am Abend und ich komme nicht runter. Müsste längst schlafen, weil bald der Wecker klingelt. Und ich bin so k.o. Aber ich finde den Weg nicht ins Bett. Bildlich gesprochen.

Ich weiß schon, wo es steht. Aber ich bin so getrieben von dem Ganzen, den Auseinandersetzungen, der Ratlosigkeit. Der Sorge, wie es weitergeht. Dem ganzen Durcheinander, in das ich einfach keine Ordnung reinkriege.

Hab so eine Angst, dass der andere jemand andern kennengelernt hat. Obwohl es mich nix angeht. Und so eine Angst, dass meine Beziehung keine Zukunft hat, weil ich mit dem ADS von IHM nicht klarkomme.

Und wenn ich das alles hier lese, denk ich nur, was ist das für ein Situation?

Und vor allem – warum steig ich da nicht einfach aus allem aus?